Logenplätze für den Weltuntergang

Seit drei Tagen stehe ich wieder hinter der Düne (GPS: 56.6247, 21.035677), hinter der ich schon einmal stand. Es ist nicht ganz so windig wie am Meer, die nächste Einkaufsmöglichkeit ist nur 9 km entfernt und zwei Plumsklos sind fußläufig zu erreichen.
Und eigentlich gäbe es nicht viel zu berichten, wenn der Wind gestern nicht zugenommen und den Bus wie ein Schiff auf dem Meer hin und her geschaukelt hätte. Der Strand wurde von den Urgewalten der Ostsee umgeformt: der Steinstreifen liegt einige Meter höher am Strand, Sandbänke sind verschwunden und ein paar tote Flundern säumen meinen Weg.
Keana, Lotta, Anton und Moritz, die gerade frisch ihr Abitur bestanden haben und zusammen mit einem VW-Bus durch’s Baltikum cruisen, reisen ab. Vorher möchten sie aber noch ein Foto mit dem Opa und dem süßen kleinen Hund machen: ganz old school auf Pola.

Am Nachmittag ziehen wieder Regenwolken auf und ich ahne noch nicht, dass ich bereits einen Logenplatz für den Weltuntergang habe, der ein paar Stunden später beginnt. Heftiger Hagel peitscht auf den Strand ein, überfutet den Stellplatz und beschert mir einen blutigen Zeh.