An der Küste entlang nach Süden

Die Strecke entlang der Küste südlich von Kap Kolka führt durch endlos scheinende Kiefernwälder und ist von Sonnenlicht durchflutet.
Hier finde ich eine Stellplatz am Meer (GPS: 57.644239, 22.150465), den ich mir mit 200 campenden und grillenden Letten teile. An den Wochenenden strömen ganze Städte an die Strände von Meer und See, legen Feuerstellen an, drehen die Radios auf und am Sonntag Abend verschwinden alle so lautstark wie sie gekommen sind und hinterlassen den Platz absolut sauber!
Hier begegne ich noch Jonas aus der Schweiz, der mit Freundin und seinem 1968er Berna auf dem Weg zum Nordkap ist. Erst im Oktober müssen die beiden wieder in der Schweiz sein und wenn ich in der Nähe bin, soll ich mich mal melden.

An dieser Stelle werde ich meine Freude, anderen Menschen zu begegnen (vermutlich) etwas zügeln: ich merke, dass meine Erinnerungen zu verschwimmen beginnen. Mein Zeitgefühl habe ich schon lange verloren und die Begegnungen der letzten Woche fanden beinahe im Stundentakt statt. Ich werde ein paar Tage hier im Wald bleiben und die Zeit mit Mika am Strand genießen. Auf dem Rückweg graben sich die Hinterräder hoffentlich nicht noch mal im weichen Sand ein…
Gegen Abend gehe ich noch mal mit Mika vor die Tür und werde von den Nachbar-Letten gefragt, ob ich nochwas vom Grill haben will. Sie hätten etwas zu viel gegrillt… So komme ich zu meinem zweiten Abendbrot.

Beim Abendspaziergang durch den Wald lodern überall kleine Feuer und insgesamt sieht der Wald eher wie das Feldlager eines römischen Kriegsherren, als ein Campingplatz aus.

Schön gelegen ist er dennoch: die Irbe mündet hier in die Ostsee und so gibt es hinter dem jäh abfallenden Ufer des Stellplatzes die Wasserfläche der Irbe und dahinter den Strand der Ostsee. Wer zum Strand will schwimmt entweder durch den Fluß oder nimmt das Boot. Irgendwie kommen sie alle an…

Die Ostseeküste bietet beeindruckende Sonnenuntergänge.