Marienburger See

Der Reisende, der abseits der Touristenpfade über Land fährt, kann traumhaft schöne Dörfer entdecken. Vor seinen Augen breitet sich eine hügelige Landschaft aus, umgeben von sattgrünen Wäldern und Wiesen. Farbtupfern gleich, stehen Holzhäuser mit gepflegten Gärten in ihr.
Dem Reisenden, der hingegen weit Richtung Osten fährt, dem bietet sich ein Bild von düstrem Grame: verlassenen Häuser, die von der Natur verschlungen werden und noch bewohnte Häuser, die schief in der Landschaft stehen, verwittert und dem Zusammenbruch nahe. In ihnen wohnen alte Menschen, die hier ein einfaches und karges Leben führen. Wenn eine der Schotterpisten, von denen es hier unzählige gibt, auf einen Hügel führt und der Wald sich lichtet, erstreckt sich der Blick über Seen und endlos scheinende nachtschwarze Wälder.

Irgendwann komme ich in Marienburg an, finde einen Stellplatz unter schattenspendenden Kiefern und Ahornbäumen und erkunde die Insel im See. Eine Holzbrücke führt hinauf und eine hinunter. Auf der liebevoll angelegten Insel wurden Sportmöglichkeiten geschaffen: eine Tartanbahn, ein Volleyballfeld, ein Fußballplatz und eine Freilichtbühne sind hier zu finden.

Ein paar Instagram-Kids laufen eilig über die Insel um Fotos für ihren Channel zu machen.

Nach 1,5 h ist unser Rundgang beendet und es gibt Abendbrot. Heute Nacht werden wir hier ganz allein sein – und doch nicht ganz allein. Hinter einer moosbewachsenen Mauer aus Feldsteinen liegt ein riesiger Friedhof. Dicht an dicht reihen sich hier Gräber mit einfachen Holzkreuzen und monumentalen Grabsteinen. GPS 57.433535, 27.062236

Das Wetter meint es heute nicht gut mit uns: es regnet bei 15 Grad. Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich im Auto, Mika liegt neben mir und lässt sich die Wampe kraulen.
Die etwas kühleren Temperaturen haben aber auch dafür gesorgt, dass ich ausgezeichnet geschlafen habe. Die hohen Temperaturen der letzten Wochen haben den Bus sehr aufgeheizt und an entspannten Schlaf war nicht zu denken. Der heutige Tag vergeht recht schnell mit den letzten Folgen „Futurama“ (Danke Sebastian), Essen machen und schlafen.