Frisches Haff

Gestern Abend habe ich am Frischen Haff halt gemacht: GPS 54.437897, 19.602421. Ich wollte die Abgeschiedenheit dieses Parkplatzes, unweit der russischen Grenze, mal erleben und dann zwei, drei Tage am Arsch der Welt verweilen. Nur ich und die Natur. Die Idee hatten die anderen Camper und Motorradfahrer wohl auch und so wurde es nicht ganz so einsam, wie erhofft. Auf dem Weg dorthin ist eine Elchkuh mit ihrem Kalb vor mir über die Straße getrottet. Beeindruckend!
Im übrigen ist die Natur hier atemberaubend: in Deutschland erlebe ich eine weitgehend kultivierte Natur und hier wuchert alles vor sich hin – wie ein kleiner Urwald.
Was mich hingegen extrem abnervt, ist der Zustand der Straßen und vereinzelte Fahrweisen: es wird überholt, was das Zeug hält und egal wo: in Kurven auf Hügeln und Geschwindigkeitsbegrenzungen scheinen für manche Verkehrsteilnehmer eher gutgemeinte Ratschläge zu sein. Selbst SUV fahrende Omas fahren hier wie besengte Säue durch’s Land. Der Zustand der Straßen ist katastrophal: unbefestigte Ränder, schmal, tiefe Schlaglöcher und auf die Straße geschraubte Geschwindigkeitshuckel (heißen die so?), die dir selbst bei Schrittgeschwindigkeit die Achse vom Fahrzeug reißen. Ich versteh‘ auch nicht, wie man es schafft, einen Teilabschnitt neu zu asphaltieren und dann am Übergang zum alten Belag, einen Absatz von 2 cm zu lassen…

Noch 400 Meter bis Russland…

EU-Außengrenze…

Strand-Idyll