Der gemeine Bilderdieb

Nun hat es mich nach langer Zeit mal wieder erwischt: der gemeine Bilderdieb hat zugeschlagen.

Vor knapp 3 Monaten bin ich durch Zufall über einen Ratgeber für Senioren gestolpert und was ist da auf dem Titel zu sehen? Eines meiner Fotos…
Zuerst war ich ziemlich irritiert, konnte ich mich doch nicht daran erinnern dem Herausgeber die Verwendung gestattet zu haben. Dennoch habe ich in meine Unterlagen geschaut und es bestätigte sich: das Bild ist geklaut! Ich habe mir dann die Webseite des Herausgebers angeschaut und auch dort fand ich Bilder von mir.

Mich macht so etwas rat- und sprachlos. Ist es wirklich sooo schwer, den Fotografen zu fragen was eine Bildnutzung kostet? Oder ist es schlichtweg egal, dass ich mir Mühe mit der Aufnahme gegeben, mich Vorbereitet und Geld investiert habe? Und von den Kosten für die Kameraausrüstung will ich hier mal gar nicht sprechen.

Ich habe dann einen Anwalt mit der Sache beauftragt und bekam einige Tage später einen Anruf vom Herausgeber, in dem er mir mit arrogantem Tonfall mitteilte, dass man sich gerne einigen könne, damit sich “die Geschichte” nicht ewig hinzieht, aber man werde auf gar keinen Fall die geforderte Summe bezahlen.

Nun schreiben sich mein Anwalt und der Herausgeber seit Wochen Briefe und die Gegenseite wird in ihrem Behauptungen immer origineller: die Zielgruppe Senioren könne das Foto ohne Lupe gar nicht erkennen. Ein Kugelschreiber sei versehentlich auf die Tastatur gefallen und habe die Funktion “einfügen” ausgelöst. Man bräuchte ein Rasterelektonen-Mikroskop um das Bild sehen zu können. Es ist verjährt und sei ohnehin nicht absichtlich verwendet worden.

Ich finde es so ärgerlich, wenn man dann nicht sagen kann: “Wir haben einen Fehler gemacht und es tut uns leid!”